Die biologische und medizinische Forschung im Bereich des sogenannten Fetal Programming sowie die parallel verlaufende Entwicklung der prä- und perinatalen Psychologie haben in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte gemacht. Beide Forschungsfelder zählen zu einem noch vergleichsweise jungen, aber dynamisch wachsenden wissenschaftlichen Pioniergebiet. In den vergangenen rund 20 Jahren hat sich daraus eine wesentliche Erweiterung der klassischen Entwicklungspsychologie ergeben.
Zunehmend wird deutlich, dass bereits vorgeburtliche Erfahrungen sowie Einflüsse rund um die Geburt eine prägende Rolle für die spätere körperliche und seelische Entwicklung spielen können. Belastende oder traumatisch erlebte Erfahrungen in dieser Zeit können sich auch Jahre später noch auf das eigene Wohlbefinden, Beziehungen, Ängste oder das Körpergefühl auswirken. In der prä- und perinatalen Traumatherapie können solche frühen Erfahrungen behutsam betrachtet und verarbeitet werden. Dabei geht es nicht darum, Vergangenes zu erzwingen oder sich an etwas erinnern zu müssen. Vielmehr steht im Mittelpunkt, einen sicheren Zugang zu den eigenen Empfindungen und Bedürfnissen zu entwickeln.